Christel Mirus-Bröer

Christel Mirus-Bröer, Foto: Kreativ Club

geb. in Schönberg/Holstein. Die Autorin und 1. Vorsitzende des Literaturfördervereins NordBuch, lebt mit ihrer Familie in Kiel und engagiert sich ehrenamtlich für NordBuch e.V. seit 1997. Ihre Ausbildungen und Berufstätigkeit verbrachte sie mit Interesse im Gesundheitswesen mit verschiedenen Schwerpunkten.

Ihre schriftstellerische Tätigkeit beginnt neben sozialen und kreativem Engagement mit dem Aufgreifen und Schreiben von Notizen und Emotionen. Mit dem Abendstudium für „Moderne deutsche Literatur des 20 Jhdts.“ vertieft sie ihre Kenntnisse und schreibt Lyrik, später auch Kurzprosa. Christel Mirus-Bröer ist in literarischen Vereinigungen Mitglied sowie Herausgeberin für die Anthologien für Lyrik und Prosa mit dem Titel Fundstücke, des Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V. Ihre eigenen Gedichte und Kurzgeschichten sind darin ebenfalls enthalten. Weiterhin ist ihre Lyrik in drei Lyrikbänden veröffentlicht worden sowie Lyrik und Erzählungen mit zwei Büchern.

Als Gründungsmitglied im September 1997 und als Autorin übernahm sie zunächst Ende 2001 kommissarisch die Leitung des Fördervereins und 2002  wurde sie als Erste Vorsitzende des NordBuch e.V. gewählt, dessen Leitung sie mit Organisation inne hat. Dazu gehören Schreibwerkstätten, Lesungen und Autorentreffen, seit 2004 in Kiel sowie innerhalb SH, beispielsweise Husum und Bredstedt wie Lesungen in- und außerhalb Schleswig-Holsteins, beispielsweie im Haitzmann Museum und im Haus der Kirche in Niebüll, List auf Sylt, Flensburg im Haus des Nordens, Schleswig im St. Johannis-Kloster, in Heide und Husum, der Drostei in Pinneberg, im Kaltenkirchener Rathaus, in Eutin mehrmals, beispielsweise im Tischbein-Haus 2004, zur Landesgartenschau 2016 und im Forsthof 2021, in Bad Malente in der Thomsenkate, in Schönberg/Holstein in der Alten Apotheke und im frühen Kindheitsmuseum sowie ausßerhalb Schleswig-Holsteins in Soltau, in der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt, im Wendland an Orten wie der Literatursalon und im Skulpurengarten) zu 10-tägigen Kulturtagen in Niedersachsen, in Hannover im Requisitentheater und in der Hildesheimer Kulturkirche, in Eckernförde und weitere…

Bei NordBuch e.V. werden diverse Workshops und monatliche Schreibwerkstätten im Bürgerhaus Mettenhof in Kiel veranstaltet sowie die jährliche Teilnahme an Kulturtagen seit 2009 und dem Literaturfrühling seit 2012. Sie erarbeitet Vorbereitungen für Schreibaufrufe- und Wettbewerbe und die Erstellung zur Herausgabe der Anthologie »Fundstücke« und hat mit einigen Autoren eine Jury gebildet, die eingereichte Manuskripte liest und auswählt, um auch wenig bekannten Autorinnen und Autoren sowie Nachwuchstalenten eine Chance zur Veröffentlchung in dem Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V. zu bieten. Als Organisatorin und 1. Vorgesetzte nimmt sie an allen Veranstaltungen des Literaturvereins teil oder moderiert Lesungen, beispielsweise im Lesesofa, die bei Youtube.com unter Lesesofa zu sehen und zu hören sind.

Vorstellung als ehrenamtliche Vorsitzende des „Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V.“
Interview von Herrn Titus Blome

Warum engagierst du dich?
Ein kulturelles und literarisches Interesse halte ich für wertvoll. Das Lesen kann in eine andere Welt entführen. Mich erstaunt und erfreut immer wieder, dass es einige Menschen gibt, die sich für Literatur interessieren und selbst schreiben. Manchmal haben es schwer in die Öffentlichkeit zu treten oder Zugang zu Gleichgesinnten zu finden, vor allem Schreibfreude auszuleben. Dabei ist es nützlich und hilfreich, wenn nicht schon vorhanden, auch Kenntnisse zu erlangen. Das spornt Daran möchte ich mitwirken. Es interessiert mich mit anderen Menschen zusammen zu kommen, um gemeinsam etwas zu bewegen, kreativ zu sein. Anderen zuzuhören, Anregungen zu geben und in meinem Ehrenamt als Vorsitzende eines Literaturvereines auch zu ermöglichen, die ebenfalls gern schreiben.

Wie beeinflußt dein Engagement die Einschränkungen durch die Corona-Krise oder die Gesellschaft, oder die Umwelt, etc.:
Meine Aufgabe ist es, auch Lesungen und Schreibwerkstätten zu organisieren, Textmanuskripte einzusammeln, zu bewerten und ein Buch zu erarbeiten.
Leider kann ich in der Öffentlichkeit nicht so viel tun wie normalerweise. Eben durch keine Schreibwerkstätten, an der sich Schreibinteressierte beteiligen und über Literatur auch ein gewisses Handwerkszeug erlernen können, Gespräche und Besprechen von Texten führen. Das alles ist in der pandemischen Coronawelle nicht durchführbar. Selbst das monatliche Lesesofa, indem ein Autor/in die Möglichkeit haben ein neues Buch vorzustellen oder lesen besondere Gedichte und Geschichten, die für sie wichtig sind. In dem Interview mit mir können sie etwas über sich und inhaltlich über Ihr Schreiben und Ihre Bücher oder Texte erzählen. In der strengen Krisenzeit wird die Aufnahme als Wiederholung im Kiel TV gesendet, die wir auswählen konnten.. Das Auswählen und Besprechen von Geschichten und Gedichten, die in einem Buch veröffentlicht werden sollen, wurden ausgesetzt. Daher war es bedauerlich, dass keine persönlichen Treffen, keine Gespräche und Lesungen möglich waren.

Was macht Dein Engagement mit Dir? Glücksmomente? Besondere Erlebnisse?
Weil ich Freude an Dichtkunst und Erzählungen habe, freue ich mich beispielsweise über eine Buchveröffentlichung. Wenn ich merke, dass ein Autor/in gut liest und das Publikum mitnimmt oder begeistert. Auch Veranstaltungen und Gespräche mit Gästen und Autoren sind ein belebendes Momentum, ein freies und schönes Gefühl. Austausch von kreativen Ideen mit anderen und Interesse an der Sprache kann eine gedankliche Anregung und oft eine Überraschung bringen. Besonders war eine Lesetour und die Teilnahme an der Landesgartenschau in Eutin für mich, auch als wir uns im Literaturhaus am 2. und 3. Okt. 2019 dem 30-jährigen Mauerfall mit Wiedervereinigung in SH gewidmet haben. Aus verschiedenen Bundesländern sind Autorinnen und Autoren gekommen. Das war ein tolles Ereignis. Besonders freut mich, wenn wir eine neue Anthologie „Fundstücke“ präsentieren können.
Mein Engagement belebt meinen Alltag, gibt mir neue Pläne und Ideen, wenn es mir gelingt, auch anderen, wenn sich Interessierte sich freuen lesen zu können oder zuzuhören und sich dafür auch bedanken. Und das macht auch mich glücklich.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft der Kieler Stadtgesellschaft/der Kieler und Kielerinnen.
Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, dass es mehr ehrenamtliches Interesse geben könnte.
Da es für das ehrenamtliche Engagement schwierig, auf jeden Fall nicht einfach ist, jemanden zu finden, zum Beispiel, dass auch Veranstalter/innen Angebote zur Verfügung stellen, um Lesungen und Projekte zu gestalten. Vielleicht dazu auch mehr Unterstützung von Institutionen könnte ich mir wünschen. Auch, dass mehr kulturelle und literarische Anerkennung allgemein förderlich wäre.
Kultur tut Geist und Seele gut.
Vielleicht gelänge es besser, dann ehrenamtliche Helfer/innen auch allgemein zu gewinnen. Oft gibt es ein finanzielles Problem, das gelöst werden will. Als gemeinnütziger Verein haben wir dennoch einen bestimmten Aufwand an Eigenkosten. Das wäre in meinem beziehungsweise in unserem Fall für die Organisation eine Unterstützung für den Literaturförderverein NordBuch und eine Wertschätzung für die Lesekultur und Förderung.

Christel Mirus-Bröer

Kiel, den 31. 5. 2021

Weitere Informationen: 2017 begann sie das Projekt »Lesesofa« eine Autoren- und Buchvorstellung im Gespräch mit Lesung – mit monatlichen TV-Aufzeichnungen im Kultursender Offener Kanal als Fernsehsendung im Kiel TV, das zeitgleich im Internet ausgestrahlt wird am 1. Freitag und Sonntag eines Monats, deren Wiederholungen mit Lesungen und dem Lesesofa zu sehen sind. In 2022 absovierte sie das 50.- Lesesofa. Die Aufnahmen des „Lesesofa“ sind bei www.youtube.com unter Lesesofa als Video bis heute zu sehen und zu hören.

Als Autorin schreibt sie für NordBuch e.V. u. a. das Vorwort oder Einleitungen der Anthologien Fundstücke. Sie liest ihre Gedichte und Kurzgeschichten inner- und außerhalb Schleswig-Holsteins, beispielsweise im Literaturhaus SH in Kiel, in der Stadtbibliothek in Eckernförde, u.a.  im Speicher in Husum, im Haitzmann-Museum Niebüll und in der Kirche zu Niebüll, im Kindheitsmuseum und in der Alten Apotheke in Schönberg/Holst., in der Thomsenkate in Bad Malente, Lesungen im Wendland (Wendlandtour /Nieders.), in der Kulturkirche Hildesheim, Staufen i. Br. und im Hofcafe in der Lutherstadt Wittenberg,

2005 nahm sie das erstmal an dem Literatursommer Schleswig-Holstein mit NordBuch e.V. teil zu dem Schwerpunkttehma „Japan“. Sie initieerte einen Workshop zum Thema „Haiku“ mit nachfolgender Matinee. Besonders interessant war eine Austauschlesung mit dem Hannover´schen Künstlerverein im Requisitentheater in Hannover. Sie organisierte die Beteiligung für NordBuch e.V. im Literatursommer Schl.-Holstein 2010 mit Themenschwerpunkt Polen und mit Gästen und Autoren aus Polen. 3 Lesungen, jeweils in Flensburg, Heide und Kiel; im Literaturhaus SH sowie im Bürgerhaus Mettenhof.

Zur Gegeneinladung nahm sie an Seminaren und Lesungen in Lodz in Polen mit 13 schleswig-holsteinischen Autorinnen und Autoren sowie 13 polnischen Schrifstellern 2012 teil, mit denen ihre Gedichte übersetzt und zweisprachig gelesen wurden.  Insgesamt folgen weitere Lesungen, beispielsweise in der Drostei Pinneberg, in der Orangerie in Eutin wie in dem reizvollen Forsthof in Eutin zur Landesgartenschau Eutin 2016, das mit mit einem halbstündlichen Lesemarathon – Samstag und Sonntag – an einem Wochenende und einem Abschlussfest mit dem „Kronshagener Frauenkabarett“ sowie der Band „Speeldeel“ auf der großen Bühne am Eutiner Schloss mit vielen Besuchern erfolgreich beendet wurde. Auch 2021 zum Literatursommer mit dem Themenschwerpunkt Schleswig-Holstein, gefördert durch das Land SH und dem Literaturhaus SH in Kiel hatten einige Autorinnen und Autoren die Möglichkeit ihre Geschichten und Gedichte aus der Anthologie: „Meeresleuchten und frische Brise“ lesen wie eine „Szenische Lesung“ darzustellen, Bei einem sommerlichen Ambiente unter Platanen im Alten Forsthof in Eutin mit guter Bewirtung konnten Gäste und Autoren ihren Erfolg feiern. Diese Lesunge wurde aufgenommen und übertragen im TV Kiel und im Internet sowie bei Youtube.com

Im allgemeinen wird die Erstpräsentation der Anthologie Fundstücke im Literaturhaus Sxhleswig-Holstein in Kiel eingerichtet mit nachfolgenden Lesungen an verschiedenen Orten. Einige Lesungen wurden ebenfalls aufgezeichnet und über Kiel TV sowie im Internet gesendet und bei dem Kanal: Youtube.com

Mitgliedschaften als Autorin: literaturpost ostsee; NordBuch e.V., Verband der Schriftsteller in SH e.V., Else-Lasker-Schüler-Ges. und in: Die Gruppe 48 sowie Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Mettenhofer Kulturkreis mit dem Literaturfrühling wie den Kulturtagen im Herbst und daneben seit vielen Jahren im Kreativclub Kiel.

Als Autorin moderiert, organisiert, schreibt und liest Christel Bröer, verh. Mirus-Bröer auf Wunsch eigene Gedichte und Geschichten wiebei NordBuch e.V., wenn sich die Gelegenheit bietet. Ihre Lyrik und Kurzprosa wurde veröffentlicht und gelesen seit 2004 im Verband der Schriftsteller in SH“ und frei auf Veranstaltungen.

Veröffentlichungen:

  • »Morgenlichter und Wolkenschiffchen«, und »Gedanken-Nähe«, zwei Lyrikbände, Edition Benzen;
  • »Vorfreude«, Winter-Erzählungen- und Gedichte; BoD Norderstedt
  • Vergessene Stille, Lyrik, Verlag Engelsdorfer (Christel Mirus-Bröer)
  • Weihnachten unter dem Christbaum, Lyrik und Prosa, Engelsdorfer Verlag 2023
  • in verschiedenen Anthologien sowie in den Anthologien »Fundstücke« von 2001-2023