Nachruf für Gerd Engel (1934 – 2026)
Wir trauern um unser Mitglied Gerd Engel, der am 10. April 2026 im gesegneten Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in Kiel verstorben ist.
Obwohl im Harz geboren und aufgewachsen, zog es ihn nach der Schule zur Seefahrt, er wurde Kapitän auf großer Fahrt, war außerdem Einhandsegler und arbeitete dreißig Jahre lang bis zu seiner Pensionierung 1997 als Elb- und Nordseelotse. Für seine abenteuerlichen Fahrten auf den Weltmeeren und seine gewagten Segeltörns erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.
Auch als Autor und Verleger mehrerer Bücher mit lebhaften und eingängigen Schilderungen der Seefahrt wurde er bekannt und war geschätzter Gast bei maritimen Lesungen und Diskussionen. Auch Kinderbücher, erschienen im „Verlag Hase und Igel“, gehörten zu seinem Repertoire. In der Anthologie „Worte säen…“, den von NordBuch 2017 herausgegebenen „Fundstücken“, findet sich Gerd Engels Text „Flug zu den Wurzeln“ wieder, in dem er eine Piper steuert und der Blick von oben Lebenserinnerungen in ihm weckt. In „Meeresleuchten und frische Brise“ von 2021 wiederum erzählt er in seiner Geschichte „Aussetzer – zeitweise“ ungeschminkt vom rauen Alltag an Bord. Im Interview ist eine Autorenvorstellung mit ihm und seinen Geschichten im „Lesesofa“ vorgestellt, die bei Kiel TV gesendet wurden und auf dem Kanal: Youtube.com unter „Lesesofa“ bis heute zu sehen und nachzuhören ist.
Im Alter von 80 Jahren startete Gerd Engel noch einmal durch: Er führte den Raddampfer FREYA als Kapitän mit Fahrten in der Kieler Förde, auf dem Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe. Wie fasziniert und beglückt er von der Seefahrt war, belegen seine folgenden Zeilen über Möns Klint:
„Selten war das Meer so blau wie dieses Stück Ostsee an Steuerbord, nie wieder waren die Felsen an Backbord so weiß und so rötlich wie die von der Morgensonne angestrahlte Steilwand.“
Unser Mitglied Gerd Engel, ein Seemann aus altem Schrot und Korn, wird uns fehlen. Unsere Gedanken sind bei seinen Hinterbliebenen.
Kiel, den 21. April 2026
Christel Mirus-Bröer, Maria Lange-Otto, Gudrun Thomas-Feuker, Ingo Mirus, Sibylle Hallberg
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Nachruf für Renate Labusga, geb. 16. 01. 1947 in Marburg, gestorben am 25. 02. 2026 in Altenholz bei Kiel
Wir bedauern den Verlust von Renate Labusga, die seit einigen Jahren in unserem Literaturförderverein bis zu ihrer Erkrankung ein überaus aktives Mitglied war.
Beim Literaturfrühling im vorigen Jahr und im Oktober 2025 zu den 19. Kulturtagen in Mettenhof konnten wir noch einmal erleben, wie Renate Labusga ihre humorvollen wie auch nachdenklichen Texte vortrug. Literarisch schrieb Renate Labusga seit ihrer Jugend Prosa und Lyrik. Bereits seit 2017 wurden in den Anthologien Fundstücke Geschichten und Gedichte veröffentlicht. Für unsere 2025 erschienenen Fundstücke-Anthologie „Ins Land der Hoffnung“ hat sie Beobachtungen und Gedanken festgehalten wie in dem folgenden Gedicht:
Hoffnung
Die Zeit vergeht,
die Hoffnung bleibt!
Schlaflose Nächte,
Gedanken die fliegen!
Wünsche und Träume
schweben im Raum.
Sehnsucht und Hoffnung
Hoffen auf was?
Frieden auf Erden?
Ein langes Leben?
Erreichst du die Ziele, die du dir setzt?
Bewahre dir die Hoffnung,
denn sie stirbt zuletzt!
Von 1974 bis 2014 lebte Renate Labusga auf der Insel Fehmarn, danach in Kiel; zuletzt war sie in Altenholz bei Kiel zu Hause. Neben ihren beruflichen Tätigkeiten als kaufmännische Angestellte und selbstständige Versicherungsfachfrau engagierte sie sich ehrenamtlich in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Hilfsbereit und mit viel Elan unterstützte sie auch unseren Bücherstand auf den Weihnachtsmärkten in der Kieler „Pumpe“ und bei Lesungen.
Wir werden Renate Labusga und ihre Familie mit herzlichem Mitgefühl in guter und dankbarer Erinnerung behalten.
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Nachruf für Sönke Knickrehm, geb. am 06. 10. 1948, verstorben am 27. 01. 2026
Wir bedauern den Verlust des Mitglieds Sönke Knickrehm, der uns seit 2015 im Literaturförderverein begleitet hat; in den Anthologien „Fundstücke“ wurden mehrere literarische Kostproben aus seiner Feder veröffentlicht. Zuletzt konnte er seinen Beitrag „Glaube“ für die Anthologie 2025 „Ins Land der Hoffnung“ zur Verfügung stellen.
Seit 1988 schrieb Sönke Knickrehm über einhundert Erzählungen, ursprünglich durch die Fragen seiner Tochter: Geschichten, skurril, satirisch und mit Biss, ebenso spannend wie feinfühlig. In Worte gefasste Natur- und Erlebnisbeschreibungen, ebenso scharf beobachtet wie präzise dargestellt. Reisen in ferne Länder inspirierten seine Literatur, aber auch seine künstlerischen Arbeiten in verschiedenen Materialien: Ab 1971 entstanden Objekte, Skulpturen und Assemblagen, mit denen er sich ab 2002 als freier Künstler an vielen Ausstellungen beteiligte. Der Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V. hat Sönke Knickrehm im Interview und einer Lesung im „Lesesofa“ vorgestellt. Diese Reihe wurde im Kiel TV gesendet und ist bis heute auf dem Kanal Youtube.com unter dem Stichwort „Lesesofa“ zu sehen und nachzuhören.
Sönke Knickrehm wurde als Schriftsetzer ausgebildet. Sein Tätigkeitsfeld führte ihn weiter als Korrektor, Kneipier, Archivar, Schlussredakteur und Textchef. Er war ungemein vielseitig, unternehmungslustig, fleißig und Neuem zugewandt. Regelmäßig beteiligte er sich, zusammen mit seiner Frau Karen, an der „Aktion offener Garten“. Führungen durch seine fantastische Gartenanlage mit sterbendem Streichholz, mit bis auf die roten Zipfelmützen im Beet versunkenen Gartenzwergen, einem Urwald und weiteren Überraschungen waren ihm eine große Freude. Dazu präsentierte seine Frau ihre Schmuckkollektion aus kunstvoll selbstgefertigten Glasperlen, mit Gold, Silber und Edelsteinen zu Colliers und Ringen verarbeitet. Kaffee, Kuchen und eine launige Lesung im Haus beendeten die inspirierenden Besuche in Rellingen.
Sein künstlerisches Engagement brachte Sönke Knickrehm in den Vorstand des Kreiskulturverbandes Pinneberg, in die Künstlergilde Kreis Pinneberg, den Kunstkreis Schenefeld und den Bundesverband Bildender Künstler (BBK in SH).
Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen. Wir werden Sönke Knickrehm in guter Erinnerung behalten.
Christel Mirus-Bröer, Georg von Sternberg, Gudrun Thomas-Feuker, Ingo Mirus
Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V.