Märchen und Musik von Hoffnung und Zuversicht
3. Bericht vom 20. 10. 26 um 15 Uhr im Bürgerhaus Mettenhof. Der Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V. hat im Rahmen der 20. Kulturtage zur Lesung eingeladen. An diesem Nachmittag erzählt Brigitte Harkou frei Märchen, die auch in diesen grauen Zeiten Hoffnung geben. Sie zeigen, dass Zuversicht immer und überall geholfen hat, Krisen und auch schlimme Erlebnisse zu überstehen und zu meistern.
Nach der Begrüßung durch Christel Mirus-Bröer und der musikalischen Einleitung von Kai-Peter Kruse auf der Gitarre, hörte das Publikum Märchen aus verschiedenen Ländern wie China, Indien und der weiteren Welt, die Brigitte Harkou anschaulich erzählte.
Ein Beispiel mit einem Märchen aus dem Osten sei in etwa herausgenommen: Die Lesung begann mit „Der Sacknäher“, der vom König einen Korb mit Gemüse, Braten und eine Gans für seine Arbeit erhielt. Als der König am nächsten Tag an der Werkstatt vorüber kam, hörte er den Sacknäher jammern. Der König wunderte sich, denn zu dem Braten waren auch Goldstücke gelegt; er hatte also genug gegeben. So geschah es einige Male und der Sacknäher jammerte. Als der König vorüberkam hörte er das. Da fragte der König den Sacknäher wie das kommt, denn er wusste, etwas gegeben zu haben. Auf diese Weise erfuhr der König, dass der Koch dem Sacknäher immer das Essen gab. Sodann wurde der Koch befragt und der Koch musste zugeben, die Goldstücke für sich behalten zu haben und dafür dem Sacknäher Essen gab. Der Koch musste nun das Gold dem König zurück geben.
Aber der König wollte dem Sacknäher für seine Arbeit einen Sack Gold geben und erteilte ihm deshalb die Aufgabe über eine Brücke zu gehen. Dort hatte der König einen Sack Gold abgelegt, der sollte jetzt gefunden werden. Doch ausgerechnet an jenem Tag dachte sich der Sacknäher, er kenne den Weg über die Brücke im Schlaf und wollte mit geschlossenen Augen gehen. Er meinte, es sei sein Schicksal, wenn er auf dem Weg darüber ins Wasser fiele. Natürlich konnte er den Goldsack mit geschlossenen Augen nicht sehen und finden. Davon hörte wiederum der König und sagte: Dem Mann ist wohl nicht zu helfen.
Der König ging deshalb zur Werkstatt des Sacknähers und legte den Goldsack auf die Werkbank, sagte zu ihm: Fang damit etwas Ordentliches an!
Brigitte Harkou erzählte die Märchen mit bedeutsamen Gesten und Accessoires und sie überraschte das Publikum mit einigen unbekannten Märchen. Kai-Peter Kruse begleitete und umrahmte die Geschichten mit passenden Liedern zur Gitarre und Gesang. Seine oft humorvollen Lieder luden zum Mitsingen ein wie auch nachdenklich stimmende Lieder zu seinem Repertoire gehörten. Mit einem Lied erinnerte an die Schriftstellerin Lotte Brügmann-Eberhardt, deren Gedicht er zu ihren Lebzeiten vertonen durfte.
Die Zuhörer/-innen applaudierten der Autorin und Märchenerzählerin Brigitte Harkou und dem Liedermacher Kai-Peter Kruse begeistert. Alles in allem wurde eine stimmungsvolle und überraschende Lesung mit Märchengeschichten gestaltet. – Für das leibliche Wohl war mit Kaltgetränken, Tee, Kakao, Kaffee und Kuchen gesorgt. Das Publikum und die Vortragenden wurden von Christel Mirus-Bröer verabschiedet mit dem Hinweis auf die 20. Kulturtage und eine weitere Lesung als Werkstattlesung am 22. 10. uum 15 Uhr im Bürgerhaus.
©Ch.M.-B.