4. Bericht im Rahmen der 20. Kulturtage von der Werkstatt-Lesung im Bürgerhaus Mettenhof am 22. Nov. 2026 um 15 Uhr. Die Werkstatt-Lesung wurde erstmalig zu den 20. Kulturtagen mit Texten vorgestellt, deren Ursprung in der Schreibwerkstatt begann.
Nach der Begrüßung der Gäste und Autoren erinnerte Christel Mirus-Bröer, Erste Vorsitzende des NordBuch e.V. an die Förderung der Literatur wie von Autoren und Talenten mit kreativem Schreiben durch die Initiative von Cai-Uwe Lindner für die Kultur in Mettenhof. Er begleitete die Entstehung der regelmäßigen literarischen Schreibwerkstatt, schrieb seit 2010 auch dort einige Geschichten, die veröffentlicht wurden. Für den Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e.V. betonte sie: Wir gedenken in Dankbarkeit an den Förderer Cai-Uwe Lindner. Die kreative Schreibwerkstatt wird bis heute in den Räumen des Bürgerhauses wahrgenommen und wird seitdem in und über Kiel hinaus von Autoren und Nachwuchstalenten gern angenommen.
Die Werkstattlesung leitete und moderierte der Autor Henning Schöttke. Er erklärte dem Publikum zu den Vortragenden die jeweilige Aufgabe, aus deren Ursprung ein Text geschrieben wurde. Einige Beispiele werden hier angedeutet: In der ersten Geschichte sollte ausgearbeitet werden wie Kälte und Wärme als Gefühl beschrieben werden kann: Die Autorin Sünje Meyer, deren Geschichte von einer Autofahrt am Heiligabend handelte und ihr damit eine unglaubliche Spannung gelang. Auf dem Weg nach Lütjenburg schneite es. Zum Schneefall kam Schneetreiben und plötzlich setzte der Motor des Autos im Schneegestöber aus …
Als nächstes beschrieb Anna Maria Jarren eine Begebenheit über eine Figur, ebenfalls am Heiligabend: Peter hieß der Junge, der sich seit langem einen Roboter wünschte. Als alle unter dem Tannenbaum zusammen saßen überlegte Peter, welches Geschenk wohl seins wäre. Tatsächlich bekam er das angedachte Paket. Als er ungeduldig auspackte, sah er seinen Wunsch erfüllt und sagte dazu: Endlich hat mich jemand erhört …
Udo Zielke hatte in seiner Aufgabe etwas mit Geduld zu tun und die Bedeutung sollte hierbei hervorgehoben werden. Er hatte einen 5-jährigen Jungen in seiner Geschichte beschrieben, die zu einigen Überlegungen führte. Der Junge soll Geld zum Opa bringen, weil die Eltern ernsthaft verhindert waren und darüber nachgedacht wurde, welche Summe man so einem 5-jährigen Jungen wohl mitgeben kann. Der Opa brauchte das Geld dringend, um eine lebensbedrohliche Situation zu vermeiden. So musste der Junge zu seinem Opa geschickt werden …
Cornelia Leymann schrieb, wie die Figuren Aufmerksamkeit erlangen. Dabei befinden wir uns in einer Bar und in der Perspektive können wir 2 Figuren oder auch Personen kennen lernen: Jonas geht in eine Bar. Er kennt sie aus früheren Jahren. Im Augenwinkel sieht er Silke, der er nicht begegnen will und steuert zum Ausgang. Er hofft, dass sie ihn nicht bemerkt habe. Aber zu spät, am Ausgang trifft er Silke: „Na, auch hier in dieser Bar“, sagt sie. Gleichzeitig fragt sie sich, wieso sie das so sagte. Denn in ihrer Vorgeschichte kam Silke jede Woche gestylt, gut aussehend in diese Bar. Später wurde sie nachlässig, weniger chic gekleidet und lümmelte sich an der Bar. – Und heute traf sie endlich ihn. – Aber er denkt: Ich wollte mich leise verdrücken, muss sie mich am Ausgang noch erwischen …
Im Weiteren las Birgit Marbs nach einer Übung mit den Gefühlen von Kälte und Wärme. Sie gab ihrer Geschichte zum Heiligabend den Titel: Driving home at Christmas: Er wollte rechtzeitig zum Essen bei der Familie sein. Aber der einsetzende Schneefall erforderte ein langsames Fahren. Dann versagte der Motor. Die Kälte kroch ins Auto hinein. Er spürte seine Beine nicht und nicht seine Hände und begann zu zittern. Da betete er um ein Weihnachtswunder. Tatsächlich kam nach einiger Zeit kam ein Wagen vorbei und hielt an …
Ursula Schark gab ihrer Geschichte den Titel: Nachkriegszeit. Die Geschichte handelte von einem Haus auf dem Lande, das zum Verkauf für 1 Euro stand. In dem Haus, wussten nur die beiden Protagonisten von einem Schatz. Deshalb wollten sie unbedingt das beinah verfallene Haus erwerben. Für die Renovierung reichte ihr Geld – und bei dem Schnäppchen, mussten sie zugreifen, denn es sollte kein anderer das Haus nehmen. An einem Tag trafen sich dort einige Leute zur Besichtigung des Hauses, die jedoch nichts von dem besonderen Schatz ahnten …
Die unterschiedlichen Geschichten berührten das Publikum. Einige konnten über ihren Eindruck sprechen wie Kälte und Wärme zum Beispiel im Winter 1978/79 wirkten. Insgesamt war die Werkstattlesung ein spannender wie interessanter Nachmittag. Die Autoren erfuhren Lob, Anerkennung und Applaus. Zur Lesung wurden Getränke, Kaffee und Kuchen und Gebäck angeboten. Bei der Verabschiedung erhielten die Lesenden ein Buch als Dankeschön und die Besucher konnten zufrieden den Heimweg antreten.
- In diesem Bericht wurden die Geschichten kurz zusammengefasst und nicht auserzählt. © Ch.M.-B.